Heilhypnose
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Als Hypnose
wird ein Verfahren zum Erreichen einer hypnotischen Trance bezeichnet, welche
durch vorübergehend geänderte Aufmerksamkeit und meist tiefe Entspannung
gekennzeichnet ist; die Begriffe „Hypnose“ und „hypnotische Trance“ werden
häufig synonym verwendet. In diesem
Zustand sind sowohl die Ansprechbarkeit des Unterbewusstseins als auch
Konzentration auf eine bestimmte Sache stark erhöht, die Kritikfähigkeit des
Bewusstseins in gleichem Maße reduziert. Dadurch können bestimmte Phänomene
verstärkt oder überhaupt erst wahrgenommen werden, wie beispielsweise
Änderungen des Bewusstseins und des Gedächtnisses, Kontrolle des vegetativen
Nervensystems, vermehrte Empfänglichkeit für Suggestionen sowie für normales
Bewusstsein ungewöhnliche Reaktionen und Vorstellungen. Die Definition ist nur
vage, da die physiologischen Vorgänge noch immer erforscht werden. Der Zustand
der Hypnose ähnelt natürlichen, spontan auftretenden Zuständen, die man vor
allem beim Einschlafen und Aufwachen sowie bei Tagträumen, konzentriertem Lesen
eines Buches oder Schauen eines Films erleben kann: Die Wahrnehmung ist
eingeengt und die Konzentration des Bewusstseins auf eine bestimmte Sache
gerichtet (das Buch, der Film oder aber die Worte des Hypnotiseurs). Das Wort
Hypnose leitet sich von dem griechischen Wort „hypnos“ für „Schlaf“ ab und
wurde 1843 von dem britischen Arzt James Braid zum ersten Mal für eine
hypnotische Trance verwendet. Der Bewusstseinszustand unter Hypnose ist jedoch
ein besonderer Wachzustand und weder mit dem des Schlafes noch mit dem des
normalen Wachseins gleichzusetzen. Hypnose
findet in der Hypnotherapie Anwendung und gehört zu den wenigen Methoden in der
Psychotherapie, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist und als effektiv
akzeptiert wird. Der Einsatz der Hypnose in der Medizin und in der
Psychotherapie ist gesetzlich geregelt. Zur Hypnose
ist nur der Mensch befähigt, da er im Gegensatz zu Tieren ein dominantes
Bewusstsein besitzt. Diesem Bewusstsein kann durch Hypnose die beherrschende
Stellung zeitweise genommen werden, sodass das Unterbewusstsein dominant wird. Als
Hypnotiseur bezeichnet man dabei die hypnotisierende, als Hypnotisand (auch:
Proband, in der Hypnotherapie Patient oder Klient) die hypnotisierte Person.
Dabei kann eine Person auch beide Rollen übernehmen, das bezeichnet man als
Auto- oder Selbsthypnose; in allen anderen Fällen nennt man es Fremd- oder
Heterohypnose. Eine hypnotische Trance wird mittels Hypnose induziert, der
Proband ist unter Hypnose oder in einer hypnotischen Trance. Zur Beendigung
wird die Trance aufgelöst, der Proband wacht auf. Generell
ist jeder hypnotisierbar, der Suggestionen aufnehmen und verarbeiten kann. Die
Suggestibilität, also die Fähigkeit, sich hypnotisieren zu lassen, ist nicht
bei allen Menschen gleich. Etwa 10% der Menschen sind sehr leicht
hypnotisierbar. Praktisch nicht hypnotisiert werden können oder dürfen nur rund
5%, diese Menschen leiden unter viel zu niedrigem Blutdruck, Herzschwäche,
hirnorganischen Beeinträchtigungen, Geisteskrankheiten, schweren
Persönlichkeits- oder Zwangsstörungen, Hysterie oder Psychosen oder stehen
unter Schock, starkem Medikamenten-, Drogen- oder Alkoholeinfluss. Blinde
Menschen allerdings gelten als kaum, gehörlose Menschen als überhaupt nicht
hypnotisierbar. Erleben, Reaktionen
und Wirkungen der Hypnose sind sehr individuell. Da sie immer nur dem
Hypnotisanden zugesprochen werden kann, die Trance als solche also vom
Hypnotiseur unabhängig ist, könnte alles und jeder hypnotisieren. Ob eine
Hypnose die gewünschten Erfolge erzielt, ist immer von der inneren Einstellung
des Probanden abhängig. Diese Tatsachen werden häufig mit „Jede Hypnose ist
eine Selbsthypnose“ zusammengefasst. Jedoch sind Kompetenz des Hypnotiseurs und
Vertrauen in ihn ebenfalls notwendig, im Falle einer Selbsthypnose also
Selbstvertrauen. Geschichte
der Hypnose Hypnose
wurde wahrscheinlich schon in der Frühzeit des Menschen verwendet. Auch wenn es
keine wissenschaftliche Belege dafür gibt, lassen sich Berichte über kultische
Handlungen oder Dinge aus dem Schamanismus durchaus mit Hypnose in Form der
Selbst- oder Fremdsuggestion erklären. Es ist davon auszugehen, dass Hypnose
eher zufällig „erfunden“ wurde und seinen Ursprung in meditativen und
kultischen Handlungen religiösen Hintergrundes haben dürfte. Spekulativ kann
man davon ausgehen, dass aus massenpsychologischen Manipulationen bei
religiösen oder kultischen Riten und aus den selbstmeditativen Erfahrungen von
Priestern, Heilern und Schamanen sich die Hypnose entwickelt hat. Wissenschaftlich
jedoch wurde die Hypnose um 1770 von Franz Anton Mesmer (1734-1815)
wiederentdeckt. Dieser experimentierte mit Magneten, welche er Patienten auflegte.
Er nannte den Effekt 'Magnetismus animalis', schrieb jedoch die Heilkräfte den
Magneten zu. Aufgrund von Mesmers Popularität nannte man den Vorgang des
Hypnotisierens lange Zeit auch „Mesmerisieren“; ein Ausdruck, der im
zeitgenössischen Englisch noch existiert. Im 19.
Jahrhundert war Frankreich mit den Schulen in Nancy (Ambroise-Auguste
Liébeault, Hippolyte Bernheim) und Paris (Jean-Martin Charcot) führend in der
Erforschung der Hypnose. Auch Sigmund Freud (1856-1939) wurde 1885 bei
Jean-Martin Charcot in Paris auf die Experimente von Mesmer aufmerksam und
versuchte selbst diese Methode um Patienten zu behandeln; dies wurde zum
Ausgangspunkt seiner Studien über Hysterie. Später ließ er diese Methode jedoch
wieder fallen und widmete sich seiner Technik der freien Assoziation. Wesentlich
weiterentwickelt wurde die Hypnose im 20. Jahrhundert im deutschen Sprachgebiet
zunächst durch Oskar Vogt (1870-1959), dann durch dessen Schüler Johannes
Heinrich Schultz, der daraus das autogene Training entwickelte, und später
durch Klaus Thomas. Im amerikanischen Sprachgebiet wurde die Hypnose wesentlich
weiter entwickelt durch Milton H. Erickson und durch Kroger. Milton H.
Erickson begründete eine neue Form der Hypnotherapie, die heute als die
modernste Form der Hypnose gilt und aus der sich weitere psychologische
Methoden wie z.B. das NLP (Neurolinguistisches Programmieren) entwickelten. Einleitung
der hypnotischen Trance Um eine
hypnotische Trance zu induzieren bedarf es einer gut überlegten Auswahl an
Suggestionen. Diese sollten besonders zu Beginn logisch und realitätsnah sein,
damit das noch dominante Bewusstsein diese nicht ablehnen kann. Der Proband
sollte dem Hypnotiseur vertrauen können. Förderlich bis notwendig sind auch
Sicherheit und Geborgenheit, beides kann notfalls auch suggeriert werden, Musik
kann ebenfalls helfen. Die Suggestionen werden gern wiederholt oder enthalten
selbst Wiederholungen, auch Monotonie wirkt. Die Körperhaltung ist eigentlich
egal, jedoch sollte sich der Proband entspannen können. Üblicherweise
wird Entspannung suggeriert oder direkt durch progressive Muskelentspannung
herbeigeführt. Eine andere Herangehensweise ist das Angleichen von normalerweise
unbewusst ablaufenden Prozessen (z. B. Atmung oder Lidschlag) an die
Suggestionen. Mithilfe passender Suggestionen kann sogar die Hypnose selbst
eingeredet werden. Dabei werden gern Stufen von einer bestimmten Anzahl langsam
abwärts gezählt; mit jeder Stufe entspannt man sich dabei mehr und mehr, bis
mit der letzten Stufe die Hypnose induziert sein kann. Auch Kombinationen
verschiedener Techniken sind denkbar. Ihnen ist allen gemeinsam, dass sie das
Bewusstsein mit wenig aufmerksamkeitsfordernden Tätigkeiten beschäftigen, so
dessen Kritik gezielt umgehen und ähnlich einer Salami-Taktik schrittweise
ausschalten. Auf diese Weise verliert das Bewusstsein seine beherrschende
Stellung, die Kritikfähigkeit wird eingeschränkt, das Unterbewusstsein wird wesentlich
besser ansprechbar. Welche Suggestionen oder Methoden am besten geeignet sind,
ist vom Probanden und von den näheren Umständen abhängig. Körperliche
Reaktionen und Verlauf Die
Induktion ruft einige messbare Veränderungen im Körper hervor. So verringert
sich der Hautwiderstand und das Gehirnwellenmuster weist vermehrt Alphawellen
auf; für gewöhnlich sinkt der Blutdruck, man fühlt sich entspannt. Wenn keine
Suggestionen darauf Einfluss nehmen, verbleibt der Organismus in diesem Zustand. Besonders
eine leichte Trance ist kaum vom normalen Wachbewusstsein unterscheidbar;
Körper und Geist scheinen nur sehr entspannt und man bekommt auch alles wie
gewohnt mit. Hieraus entspringt zumeist der Glaube vieler Patienten nach der
ersten Hypnosesitzung beim Psychotherapeuten, nicht hypnotisiert gewesen zu
sein. Dennoch richten sich Wertvorstellungen und Reaktionen nach dem
Unterbewusstsein, welches nun die Führung übernommen hat. Der Glaube wird
dominant, der Wille spielt nunmehr eine untergeordnete Rolle und unterliegt
immer, wenn er dem Glauben feindlich gegenübersteht. Die
Entspannung, die man in diesem Bewusstseinszustand erlebt, ist unter Umständen
derart groß, dass Sprechen ohne weiteres nicht mehr möglich ist. Dazu muss erst
suggeriert werden, dass es leicht fällt zu sprechen und dass sich nur die dazu
nötigen Muskeln anspannen. Manchmal empfindet der Proband den Zustand der
Trance auch so angenehm, dass dieser gar nicht mehr aufwachen möchte. Das
Unterbewusstsein nimmt Suggestionen wortwörtlich und überprüft sie auch nicht
auf Realität. Lediglich moralisch verwerfliche Suggestionen führen zu einem
inneren Konflikt, sie werden ignoriert oder lösen den Rapport sofort auf.
Dieses Verhalten ähnelt dem bei Erleben von Träumen und Albträumen; trotzdem
ist der Hypnotisand die ganze Zeit über anwesend. Diese Schutzfunktion
garantiert jedoch nicht, dass bestimmte Handlungen und Tätigkeiten auch in
Ausnahme- und Gefahrensituationen unterbunden bleiben, in diesen Fällen greift
nach wie vor der Selbsterhaltungstrieb. So würden die meisten Menschen sogar
Handfeuerwaffen benutzen, wenn es die Situation erfordert. Ob solche
Situationen der Wirklichkeit entsprechen oder nur suggeriert werden, hat dabei
keinen Einfluss, solange der Hypnotisand an diese Notsituation glaubt. Die Trance
kann nach Belieben vertieft werden. Meistens analog dazu nimmt die
Kritikfähigkeit des Bewusstseins ab. Der Hypnotiseur sollte dabei immer auf die
Reaktionen des Probanden eingehen und die Suggestionen nach ihnen ausrichten.
Das Unterbewusstsein reagiert entsprechend auf die Suggestionen; auch ein
direkter Einfluss auf das vegetative Nervensystem ist möglich. Ein Satz wie
„Sie spüren, wie ihre rechte Hand allmählich warm wird“ verstärkt sofort die
Durchblutung der rechten Hand, sie wird warm. Auch eine Änderung des
Zeitgefühls sowie Hypermnesie und Amnesie sind mit entsprechenden Suggestionen
möglich. Wörter mit
mehreren sehr verschiedenen Bedeutungen sind unbedingt zu vermeiden: Der Satz
„Der Damm bricht“ kann bei Menschen, die Hochwasser erlebt haben, Angst oder
sogar Panik auslösen; Menschen jedoch, die „Damm“ im anatomischen Sinne
erfassen, kann diese Suggestion Schmerzen bereiten. Stadien der
Trance Welche
Phänomene auftreten können, ist von der Hypnosetiefe und vom Hypnotisanden
selbst abhängig. In der Praxis unterscheidet man folgende Hypnosetiefen: Leichte
Trance (Somnolenz) Die
Aktivität des Bewusstseins unterscheidet sich hier noch kaum vom Wachzustand.
Es werden einfache und logische Suggestionen angenommen und man kann eine
beginnende Entspannung der Muskulatur beobachten. Mittlere
Trance (Hypotaxie) Die
Entspannung vertieft sich, der Körper wird partiell empfindungslos, das
Wachbewusstsein ist kaum noch aktiv. Es werden alle Suggestionen angenommen,
die nicht der Persönlichkeit des Probanden zuwiderlaufen, auch totale
Schmerzlosigkeit ist möglich. Tiefe Trance (Somnambulanz) Dieser
Zustand stellt sich als vollkommene Entspannung mit praktischem Verlust der
Kritikfähigkeit des Wachbewusstseins dar. Es werden auch Suggestionen
angenommen, die unlogisch und realitätsfremd sind, partielle bis völlige
Amnesie und Regression sind möglich. Es können Halluzinationen auftreten. Bei
so genannten positiven Halluzinationen nimmt der Proband irreale Dinge wahr,
bei negativen Halluzinationen dagegen nimmt der Proband reale Dinge nicht mehr
wahr. Verschiedene
Persönlichkeiten haben weitere Differenzierungen vorgenommen. So unterscheidet
beispielsweise Ambroise-Auguste Liébeault zwischen sechs Stufen. Diese feineren
Unterteilungen sind jedoch nur von theoretischer Bedeutung. Die Trance vertieft
sich immer fließend, generell nimmt die Anzahl möglicher Phänomene mit der
Hypnosetiefe zu, viele Phänomene sind aber auch im normalen Wachzustand möglich
und treten lediglich verstärkt auf. In der Hypnotherapie sind nur die leichte
und die mittlere Trance von Bedeutung, die Existenz des Somnambulismus wird
sogar angezweifelt. Auflösung
der Trance Jede
hypnotische Trance bedarf der Auflösung. Dazu wird mithilfe von Suggestionen
der ursprüngliche Bewusstseinszustand wiederhergestellt. Sonstige gegebene
Suggestionen müssen durch entsprechende Gegensuggestionen aufgehoben werden.
Die Auflösung geht normalerweise schneller vonstatten als die Einleitung,
sollte jedoch niemals überstürzt vorgenommen oder gar vernachlässigt werden.
Wenn dem Organismus nicht genügend Zeit für die Umstellung gegeben wird, um
etwa die Tätigkeit des Herz-Kreislauf-Systems wieder auf Normalwerte zu
regulieren, kann es zu Kopfschmerzen kommen. Wenn keine Amnesie suggeriert
wurde, kann man sich an die Sitzung erinnern. Wenn doch
einmal die Trance nicht ordnungsgemäß aufgelöst worden ist, sollte sie nochmals
kurz eingeleitet und danach komplett aufgelöst werden. Posthypnotische
Suggestionen Wenn
Suggestionen nicht zurückgenommen werden, behalten sie ihre Wirkung nach der
Hypnose längerfristig oder so lange bei, bis sie wieder aufgehoben werden.
Diese Suggestionen werden als posthypnotische Suggestionen bezeichnet. Wenn die
Wirkung posthypnotischer Suggestionen nicht für unbestimmte Zeit anhalten soll,
kann mittels Suggestionen auch ein Zeitpunkt oder ein bestimmtes Ereignis
festgelegt werden, zu dem sie anschließend automatisch zurückgenommen werden. Bestimmte
posthypnotische Suggestionen wirken auch nach der Auflösung und Zurücknahme
aller anderen Suggestionen. Dazu wird unter Hypnose suggeriert, dass zu einem ganz
bestimmten Zeitpunkt oder Ereignis etwas ganz Bestimmtes passieren wird, ein
Anker wird gesetzt. Zu genau diesem Zeitpunkt werden diese Suggestionen auch
ihre Wirkung entfalten. Werner J. Meinhold verwendet für diese zuletzt genannte
Art von Suggestion den Begriff „ephypnotische Suggestion“. Spontane
Auflösung Wenn von
außen Reize auf den Probanden einwirken, die einen Schock bei ihm auslösen (z.
B. Feueralarm), wird dieser von selbst aus der Trance erwachen. Nach einem
unangekündigten längeren Zeitraum ohne Suggestionen wird die Trance automatisch
in Schlaf übergehen; aus diesem wird der Proband auch ganz normal erwachen. Selbsthypnose Der
Hypnotisand kann gleichzeitig auch der Hypnotiseur sein. Wenn man sich durch
sich selbst eine hypnotische Trance induziert, spricht man von Selbsthypnose
oder Autohypnose. Sich selbst
zu hypnotisieren ist meistens schwieriger als andere zu hypnotisieren, da man
beide Rollen gleichzeitig übernehmen muss. Dafür kann man den Verlauf der Hypnose
und die Auswahl an Suggestionen sehr genau steuern: Niemand kennt sowohl das,
was man gerade erlebt, als auch eigene Wertvorstellungen und Bedürfnisse besser
als man selbst. Die
Vorgehensweise unterscheidet sich kaum von der einer Fremdhypnose. Ob und wie
man sich anspricht oder ob man die Suggestionen ausspricht, vor sich hinmurmelt
oder nur denkt, hat dabei keinen Einfluss auf die Wirkung. Da die Suggestionen
Konstrukte des eigenen Denkens sind, sind diese auch entsprechend gefärbt und
von der unmittelbar erlebten Umwelt beeinflusst. So ist es normalerweise
schwieriger, erst kürzlich aufgekommene abschweifende Gedanken zu ignorieren. Bei einer
Selbsthypnose werden meist weniger Phänomene wahrgenommen als bei einer
Fremdhypnose. Das ist aber mit eigenen Zweifeln begründet, die während der
Sitzung aufkommen und so Suggestionen unwirksam werden lassen. Zur Not können
die Suggestionen auch auf CD oder Kassette aufgenommen werden. Wer dabei selbst
spricht, sollte mit seiner Stimme vertraut sein; sie sollte in jedem Fall nicht
ablenken. Unabhängig vom Sprecher handelt es sich dann aber um Fremdhypnose und
nicht mehr um Selbsthypnose. Hilfreich
ist es in jedem Fall, sich für eine Selbsthypnose einen möglichst ruhigen und
vor allem ungestörten Ort auszusuchen oder zu konstruieren, indem zum Beispiel
Telefone und Handys entschärft werden, Mitbewohner mögen für die nächste Zeit
Ruhe geben. Ort und Zeit können als Anker dienen, indem sie für jede Sitzung
gleich gewählt werden. Wenn man zu müde ist, schläft man ungewollt schon
während der Einleitung ein; das ist nicht weiter problematisch. In diesem Fall
sollte ein Zeitpunkt gewählt werden, zu dem man noch nicht müde ist. Besonders
in den ersten Sitzungen ist es schwierig, die Wirkungen der Suggestionen nicht
zu bewerten. Jede Bewertung hat Einfluss auf den Gedanken- oder Redefluss. Wenn
durch etwaige Bewertungen Zweifel am Wirken aufkommen, gibt man sich ungewollt
Gegensuggestionen, die gegebenen Suggestionen werden nichtig. Es ist immer
sinnvoll, Erwartungen an die Selbsthypnose zurückzunehmen und besonders zu
Beginn mit wenig spektakulären Phänomenen zu arbeiten. Mit
zunehmender Erfahrung fällt es leichter, die Trance vom normalen Wachsein zu
unterscheiden und man kommt auch schneller in Trance. Erfahrungen mit
Meditation oder autogenem Training erweisen sich ebenfalls als hilfreich. Leerhypnose Bei einer
Leerhypnose werden nach der Einleitung keine Suggestionen mehr gegeben, bis die
Trance aufgelöst werden soll oder von selbst in Schlaf übergegangen ist. Es
wird lediglich der entspannende Zustand genossen. Eine Leerhypnose ist bei
Fremd- wie bei Selbsthypnose gleichermaßen möglich und mit Meditation
vergleichbar. Ähnliche
Geisteszustände Es gibt
viele Situationen, in denen das Unterbewusstsein wie in einer hypnotischen
Trance wesentlich besser ansprechbar ist. Diese Zustände sind natürlich und
treten meistens spontan ein. Besonders die Zeit direkt um den Schlaf herum ist
dafür bekannt, aber auch Tagträume gehören dazu. Manchmal verliert sich der
Träumende derart im Tagtraum, dass er sich mit Ende des Traumes sogar leicht
erschreckt in der Realität wiederfindet. Aber auch lange und eintönige
Autobahnfahrten induzieren genauso wie konzentriertes Lesen oder Fernsehen eine
Trance. Spätestens mit der neurolinguistischen Programmierung ist bekannt, dass
selbst intensive Gespräche oder Selbstgespräche direkt auf das Unterbewusstsein
wirken können. Der Zustand
direkt vor dem Einschlafen kann mithilfe von Suggestionen beispielsweise dazu
genutzt werden, die innere Uhr wie eine Art Wecker zu stellen, um so zu einem
ganz bestimmten Zeitpunkt aufzuwachen. Im Gegenzug dazu kann der Zustand direkt
nach dem Aufwachen noch dazu genutzt werden, um die Träume der letzten Nacht in
ein Traumtagebuch einzutragen, bevor die Erinnerungen (meist zusammen mit
diesem Geisteszustand) verblassen. Eher peinlicherweise kommt dieser Zustand
zum Einsatz, wenn unbewusst ein anderer Wochentag als der tatsächliche
suggeriert wird: Wer beispielsweise direkt nach dem Aufwachen dem Glauben
unterliegt, es sei Donnerstag, obwohl erst Mittwoch ist, wird trotz besseren
Wissens ungewollt den gesamten Tagesablauf nach Donnerstag ausrichten. Andere
ähnliche Geisteszustände können Leben retten, wenn auch mit gravierenden
Spätfolgen. Menschen, die z. B. Opfer eines Autounfalls sind, befinden sich
über längere Zeit in Trance: Sie erleben ihre gesamte Umwelt wie in einer Art
Zeitlupe, alles scheint sich langsamer zu bewegen. Dieser Trick des
Unterbewusstseins gibt dem Opfer mehr Denkzeit, es kann schneller agieren und
so in kürzester Zeit überlebensnotwendige Maßnahmen ergreifen. In Todesangst
werden Menschen sogar komplett empfindungslos. In diesem Zustand können sie
beispielsweise mit gebrochenen Beinen laufen, um so der Gefahr zu entfliehen.
Erst wesentlich später bemerken sie die Schmerzen, deren Ursachen sich durch
die Flucht wesentlich verschlimmert haben. Wegen der höheren Ansprechbarkeit
des Unterbewusstseins in der Trance wird dieses auch wesentlich durch die
Traumata geprägt, es kommt zu posttraumatischen Belastungsstörungen. Hypnose in
der Therapie Heutzutage
ist die Hypnose wissenschaftlich und klinisch anerkannt und wird als Ergänzung
zu vielen herkömmlichen Methoden eingesetzt. Bereits wenige Sitzungen können
deutliche Veränderung bewirken; entsprechend vielseitig werden die Hypnose und
ihre Techniken in der Therapie verwendet. Man kann sie beispielsweise zur
Behandlung von Depressionen, Suchtkrankheiten, Sprachstörungen, zur Steigerung
des Selbstwertgefühls, zum Stressabbau oder bei Schlafstörungen einsetzen.
Schwere psychische Störungen oder Traumata sollten aber grundsätzlich nie
selbst sondern nur unter Hinzunahme eines Therapeuten behandelt werden. Operationen
unter Hypnose Operationen
unter Hypnose sind mit Einschränkungen möglich. So gibt es bereits
praktizierende Zahnärzte, welche mit Hilfe von Hypnose Zahnoperationen durchführen.
Im Allgemeinen verwendet man die Hypnose als Alternative für Patienten, die
allergisch auf Narkotika reagieren. Dabei wird mittels Hypnose die Wahrnehmung
des Patienten auf etwas Angenehmeres gelenkt, er vergisst den Schmerz. Für
schwere Operationen wird weiterhin der Einsatz konventioneller Narkotika
bevorzugt. Gefahren
und Missbrauch Die Hypnose
ist nicht ungefährlich, der falsche Einsatz oder sogar Missbrauch kann
weitreichende, nicht absehbare Folgen haben. Hypnotisieren darf in Deutschland
jeder, hierzu gibt es keine gesetzlichen Vorschriften. Rapportverlust Ungeschickt
gewählte Suggestionen des Hypnotiseurs können die Kommunikation über den
aufgebauten Rapport verhindern, ohne dass der Hypnotisand aufwacht. Beispiel:
„Meine Sprache wird Ihnen unverständlich.“ Das kann
unter Umständen Panik auf beiden Seiten auslösen: Der Hypnotisand fühlt sich
„verloren“, der Hypnotiseur kann die Hypnose nicht mehr kontrollieren. Der
Rapport kann auch vollständig abbrechen und die Suggestionen werden weder
angenommen noch zurückgenommen. In dem Fall sollte der Hypnotiseur ähnlich
einer Einleitung in Ruhe versuchen, die Aufmerksamkeit des Probanden wieder auf
sich zu lenken und den Rapport wiederherzustellen. Wenn es die näheren Umstände
zulassen, kann er auch darauf warten, dass die nunmehr Leerhypnose in Schlaf
übergeht. Auf keinen Fall sollte der Hypnotiseur panisch oder gar verzweifelt
mit meist unüberlegten Suggestionen reagieren, das würde die Situation nur
verschlimmern. Einmal gegebene Suggestionen müssen danach unbedingt
zurückgenommen werden. Bei einer
Selbsthypnose macht das Erreichen einer sehr tiefen Trance die Benutzung des
Rapports zwangsläufig unmöglich, weil man sich aufgrund der Tiefe nicht mehr
kontrollieren kann. Die Trance muss dann ausgeschlafen werden. Dieses Verhalten
ist generell harmlos und unbedenklich, man sollte sich jedoch mental darauf
vorbereiten. Allerdings ist nicht jedes Einschlafen unbedingt mit einer sehr
tiefen Trance verbunden, man kann auch zufällig oder sogar gewollt einschlafen. Überanstrengung Bei
normalem Bewusstsein ist es unmöglich, die eigenen Energiereserven voll
auszuschöpfen, nur in Todesangst geht der dafür verantwortliche
Schutzmechanismus verloren. Allerdings kann er auch durch Hypnose ausgehebelt
werden. Der Einsatz der Hypnose bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten, um
sich an eigene Belastungsgrenzen heranzuführen oder zu überschreiten, ist
lebensgefährlich. Missbrauch
in der Medizin Die Hypnose
wird in Bezug auf medizinische Themen gern als allwirksames Heilmittel
propagiert. Allerdings wird übersehen bis gänzlich verschwiegen, dass die
Wirksamkeit der Hypnose auf der Einstellung des Patienten beruht. Wer sich
einer Hypnosesitzung beim Therapeuten unterzieht, muss daher eingehend und
wachsam die Qualifikation des Hypnotiseurs überprüfen. Es ist darauf
hinzuweisen, dass in Deutschland lediglich der Begriff „psychologischer
Psychotherapeut“ rechtlich geschützt ist. In Österreich gibt es zusätzlich einen
gesetzlichen Schutz für Psychotherapeuten, allerdings wird hier nicht zwischen
psychologischen und ärztlichen Therapeuten unterschieden. Man sollte
sich ausschließlich von Therapeuten hypnotisieren lassen, denen man volles
Vertrauen schenkt. Wer an der Glaubwürdigkeit des Hypnotiseurs zweifelt, sollte
unbedingt von einer derartigen Behandlung unter ihm absehen. Siehe auch:
Falsche Erinnerung, Vulnerabilität Bühnen-,
Varieté-, oder Showhypnose Bühnen-,
Varieté-, oder Showhypnose sind Veranstaltungen, bei denen ein Hypnotiseur zur
Unterhaltung eines Publikums Freiwillige hypnotisiert. Für die meisten der
vorgeführten Phänomene ist eine tiefe Trance notwendig, obwohl sich bestimmte
Umstände, z.B. ein großes Publikum, für den Hypnotiseur ebenfalls als hilfreich
erweisen. Diese
Vorführungen sind nicht unbedenklich, sie führen unter Umständen sogar zu
schweren Verletzungen. Wenn die dabei auftretenden Schmerzen wegsuggeriert
werden, kann das für den Probanden weitreichende Folgen haben, wenn sich dieser
daraufhin erst verspätet in ärztliche Behandlung begibt. Die
Showhypnose gilt als unverantwortlich und wurde deshalb in vielen Ländern
bereits verboten (z. B. Israel). In Deutschland und Österreich ist die
Showhypnose allerdings weiterhin erlaubt.
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